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Besetzt und zugenäht

Eine Eigentümlichkeit kapitalistischer Verhältnisse ist, dass auch ihre Gegner ihren Zwängen nicht entraten können. Als einst Arbeiter begannen, die Maschinen zu zerstören, die ihre einzige Ware, die Arbeitskraft, dem Preisverfall auslieferten, handelten sie vernünftig und wahnsinnig zugleich. Vernünftig, denn sie konnten nicht darauf hoffen, dass ihnen durch die krisenhafte Fortentwicklung auf einer höheren Stufe und mit höheren Bildungsstandards wieder ein Auskommen zugeteilt würde.

Sie durchschauten die Konkurrenz, die ihnen Maschinen bedeuteten, die wussten instinktiv, dass bald die ersten unter ihnen verhungern würden, obwohl die Maschinen doch ein Mehrfaches produzierten und doch ihre Körper und die ihrer Kinder nur in härteren, barbarischeren Schichten zugrunde richteten.

Unvernünftig, weil diese Maschinen ihre Befreiung von der barbarisch harten Körperarbeit bedeuten konnten und ihre kurzfristige Zerstörung mitnichten die Arbeiter befreite.  Heute gelten die Maschinenstürmer als Exponate naiver, verkürzter und lächerlicher Kapitalismuskritik schlechthin, obwohl sie im falschen Ganzen doch auch nicht wesentlich unvernünftiger oder wahnsinniger handelten, als beispielsweise Gewerkschafter, Banker, Schnäppchenjäger oder Hausbesetzer. Sie alle suchen den bestimmten Vorteil und setzten damit nur allgemeine Zwänge fort oder geben sie nach dem Recht des Stärkeren an Schwächere weiter.

Als Prinzen und Gräfinnen den Bauern Englands den Boden unter den Füßen wegbesetzten, weil sie darauf Schafwolle zu produzieren gedachten, kümmerten sie traditionelle Rechtsbestände ebenso wenig wie die Hausbesetzer des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Legitimationsbasis war das Recht des Stärkeren verbrämt mit Modernismus: das Objekt produzierte nicht auf der Höhe der Zeit. Provozierend war die Privatnutzung des Landes für die Subsistenz der Kleinbauern, wo doch die Welt nach Schafwolle verlangte; Skandal für die Hausbesetzer ist der Leerstand noch halbwegs bewohnbaren Materials bei bester Marktlage.

Sie handeln gewieft wie nur ein Immobilienmakler, wenn sie Schwachstellen im Immobilienmarkt aufspüren, ihr eigenes Potential prüfen, das Marktrisiko, den Mietpreis, die Zahl der Mitinvestoren – und dann zum kollektiven Raub des Objektes sich entscheiden. Allein ihre Masse und die Wertlosigkeit des Objekts können in bestimmten ökonomischen, lokalen und gesellschaftlichen Konstellationen bewirken, dass ihr Raub folgenlos bleibt, sogar honoriert wird als ursprüngliche Akkumulation.

Ursprüngliche Akkumulation war von je her rasch vergessen, wenn das Kapital sich bestimmungsgerecht vermehrte. Niemand käme heute noch auf die Idee, Nachfahren von Adel und Klerus zu enteignen. Diebstahl war demnach nie ein eindeutig verurteilter Akt. Als dauernde Aneignung von in Waren geronnener Lebenszeit durch die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse ist sie Grundbestand der Produktionsweise. Diese systematische Nähe bürgerlicher Produktionsweise zum Raub, den Diebstahl im Eigentum, ahnen Hausbesetzer und sie versuchen, das Risiko einer Ahndung ihrer Tat ökonomisch zu erhöhen, um ihren Diebstahl nachträglich zu legalisieren – sie haben die geschichtliche Erfahrung verinnerlicht, dass das gehen kann. Entglasungen, Brandstiftungen und Krankenhausrechnungen von Polizisten müssen nur teurer sein als der Gewinn, der aus der Räumung gezogen werden kann.

Hausbesetzungen haben in Krisenzeiten eine rationale Funktion als mehr oder weniger unpolitischer Mundraub – aus der Zeit der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik ist das Bild der besetzten Häuser in Berlin bekannt, auf dem Naziflaggen und rote Fahnen nebeneinander wehen. In Deutschland ist dieser Notstand zwar wieder etwas öfter gegeben, wie etwa in der Berliner Eisfabrik, aber von Linken werden oder bleiben Häuser in aller Regel nicht mehr besetzt, weil man sonst erfrieren würde. Ginge es nur um Wohnungsnot oder Antifaschismus, man könnte in Bernburg oder Neustadt/Sachsen jedes dritte Haus für einen Bruchteil der Prozesskosten der jüngsten Ausschreitungen erstehen, es sich in herrlicher Landschaft recht gemütlich machen, und die Nazis quasi schon dort konfrontieren, wo sie wohnen.

Die Glorifizierung des Hausbesetzertums als allgemein subversive Strategie fordert letztlich eben jene Ellenbogenmentalität ein, die am Kapitalverhältnis kritisiert wird. Die hypothetische Situation eines totalen Sieges der Hausbesetzerbewegung impliziert nicht die Aufhebung von Eigentumsverhältnissen, sondern des Rechtsstaates, die Niederlage der Schwächsten, die fortan in den elendesten Außenbezirken und Plattenbauten wohnen müssen, weil die stärksten Autonomen die Bestlagen erobert haben. Die Aneignung von Häusern ist die Affirmation, nicht die Abschaffung des Eigentums, wie es die Besetzer so häufig  behaupten.

Dass sie ihr Stück vom Kuchen, mitunter auch die ganze Bäckerei haben wollen, sei ihnen gegönnt. Aber nur mit einiger Weltfremdheit könnte man die besetzten Häuser als Keimzellen definieren, an denen etwa die vom Marxismus vorgeschlagene aufgeklärte Expropriation der Expropriateure in den Fabriken vorbereitet und geübt wird. Sobald das Eigenheim erobert ist, kommen notwendig die Sorgen, die jeder Bausparer und Ratenzahler und jeder Immobilieninvestor mit seinem Häuschen hat: Wie hält man diesen in den 50-ern oder noch früher verbrochenen Klumpatsch nur instand, wie drückt man die Energiekosten ohne zuviel zu investieren? Wer versetzt die Heizkörper, schafft neue an, isoliert die Heizkörpernischen und Rolladenkästen, setzt neue Fenster ein, isoliert die Fassade oder Innenräume fachgerecht, tauscht uralte Wasser- und Stromleitungen aus, isoliert das Dach oder wenigstens die Geschossdecke, beseitigt die Wärmebrücken, regelt die Brandschutzversicherung und befüllt die neue Scheitbefeuerungsanlage oder den Grundofen? Und wie drückt man aus eigenem Interesse die Löhne der Handwerker, der Ingenieure, die Solarkollektoren entwerfen, der Arbeiter, die die Türklinken aus gebürstetem Edelstahl herstellen?

An solchen Folgekosten scheiterte so mancher Hauskauf und so manche Hausbesetzung. Die Renovierungsbedarf ganzer verelendeter Stadtteile – man denke an die fachbewerkten denkmalgeschützten Studentenslums der Marburger Oberstadt – werden in der Ideologie von der Gentrifizierung einfach veredelt zur Kultur, die Investitionskosten wegretuschiert. Tatsächlich sind die Renovierungskosten eines Hauses in Stadt, Speckgürtel und Land weitgehend identisch, während die Mieten und Grundstückspreise exorbitant divergieren. In beiden Fällen lohnt es sich kaum noch, irgendetwas in Häuser zu investieren, wenn nicht eine lückenlose Vermietung das Risiko zumindest berechenbar macht. Das Zielobjekt zahlloser Rentner und ihre prospektiven jugendlichen Erben ist die Mietwohnung in der westdeutschen Großstadt, eine halbwegs bezahlbare Einheit mit beherrschbaren Folgekosten und bleibendem Gebrauchswert für Familienmitglieder. In der Gentrifizierungsideologie werden solche Marktmechanismen in den üblen Willen und böse Absicht von „Spekulanten“ und „Investoren“ personifiziert. Man will nicht an den Mietkosten spüren müssen, wie wenig man in der Produktionssphäre als Äquivalent für seine in Waren transformierte Lebenszeit erhält, und dafür nimmt man dann Abstriche am Komfort und erhebliche Energiekosten in Kauf. Die Form der Verelendung wird zur Rebellion verklärt.

Hausbesetzer haben in Hamburg die Rote Flora in einer historisch günstigen Situation mit dem Recht des Stärkeren gewonnen. Man gönnt ihnen und den anderen Hausbesetzern der Wendezeit ihre expropriierte Bleibe von Herzen. Kritische Theorie weigert sich, jenen Störungen der verkehrten Ordnung in den Arm zu fallen, die selbst zumindest noch ein Bewusstsein von der Verkehrtheit haben oder deren Eigeninteresse in einem ungleichen Klassenkampf rational nachvollziehbar bleibt. Wenn aus den äußerst beschränkten Möglichkeiten aber eine große Ideologie von Freiräumen, Anti-Gentrifizierung und der „Buntheit“ einer womöglichen Revolution in Naherwartung gemacht wird, verdient das Kritik.

Im Fall der Roten Flora kaufte ein Investor in den 1990-ern für 350.000 DM das damals schon besetzte Haus mit zahlreichen Auflagen von der Stadt, darunter die Verpflichtung, alles beim Alten zu lassen. Warum die damaligen Besetzer vorher den Mietvertrag mit der Stadt platzen ließen, warum sie nicht selbst die Summe zusammentrugen und noch etwas drauflegten, ist Gegenstand von Spekulation. Heute jedenfalls wird der Kaufwert der roten Flora laut Eigentümer zwischen 9-20 Millionen Euro veranschlagt, wohl weitere 9 Millionen haben die Besetzer in mehr als 20 Jahren Dauerbetrieb durch Veranstaltungen, tägliche Kundschaft, Mieten eingenommen oder gespart.

Der von den deutschen Linken vorgeschützte Notstand, die moralische Überlegenheit ist vom bürgerlichen Egoismus durchtränkt wie der des Eigentümers auch. Beide spekulierten auf Risiko, beide versuchen nun, ihren Preis in die Höhe zu treiben. Das in Politik maskierte Vorgehen ist von anderen Orten hinlänglich bekannt, routiniert und erprobt. Einem provozierten Eingreifen der Polizei gegen eine Demonstration folgen provozierte Reaktionen oder umgekehrt. Wer auch immer begonnen hat: dass sich die Autonomen überhaupt darauf berufen, nach 40 Jahren Erfahrung im politischen Kampf in eine Straßenschlacht ohne eigenes Zutun und gegen den eigenen Willen hinein „provoziert“ worden zu sein, zeugt von ihrer Lust an der Provokation. Sie machten sich so berechenbar, wie das die Einsatzleiter für ihre opake Strategie schon voraussetzten.

Unabhängig von den jüngsten Unruhen: Wie an zahllosen linken Institutionen, die einmal ihre Vervielfachung und Ausbreitung bedeuteten und dann in Agonie erstarrten, ist auch in der Roten Flora ein linker Nationalismus entstanden. Historische Parallele ist das Ausbleiben der Weltrevolution und die Zwangslage der Sowjets, sich vorerst als Sozialismus in einem Land zu arrangieren. Horkheimer nannte das in seinem Vortrag mit dem harmlosen Titel „Die Zukunft der Ehe“: „linker und rechter, in Wahrheit identischer Nationalismus“.

Der eigene Kiez, ohne den wähnt man sich heimatlos und verloren, weil echter Klassenkampf ausbleibt. Hier wird eigenes Recht durchgesetzt bis in die intimsten Bereiche des Strafrechtes – Vergewaltiger erhalten Hausverbot, aber keine Anzeige, weil man nicht mit der Polizei kooperieren will. Wer mit nacktem Oberkörper Schlagzeug spielt, wer einer Frau einen Drink zuviel spendiert, wer schlechte Polemik schreibt, wer einmal aufgefallen ist ohne den Schutz des Kollektivs, erhält ebenfalls Hausverbot – Exil von der linken Scholle als schlimmste vorstellbare Einheitsstrafe für wiederum alles vom Schwerverbrechen zu Bagatellen der Devianz. In der neugeschaffenen heilen Welt wird das Wohlfühlen zum obersten Prinzip gemacht, wo man einst notorisch unzufrieden sein wollte und in den Räumen lediglich Basen für die weitere Ausbreitung sah. Solche Verhältnisse reproduzieren Kulturindustrie in den linken Räumen: Fun regiert und Miesepeterei oder was über verordnete, zuschauergerechte prüde Sexyness hinausgeht wird ausgeschlossen. Wenn es gar zu langweilig wird, hängt man Schilder auf, dass hier theoretisch dauernd „sexuelle Übergriffe“ (und dazu zählt dann so ziemlich alles, was unter […] definiert sein will) passieren könnten – wohliger Grusel der sexuell Frustrierten über Verbotenes, Tabuiertes, der den Morden und Vergewaltigungen im Feierabendkrimi der Berufstätigen gleichsieht.

Anstelle von Refugien von alternativen Praktiken und Horten der Liberalität entstanden linke Assessment-Center höherer Ordnung, in denen die gewinnen, die erfolgreich durch alle Plena sich quälen und Zwänge und Redeverbote am erfolgreichsten internalisierten.

Zwei Textsammlungen kommen zu ganz ähnlichen Schlüssen und seien ausdrücklich empfohlen:

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2008/09/27/a0051&cHash=8c1e824b3c

„So sah das zynischerweise auch der damalige Berliner Kripoleiter Schenk: “Es ist doch prima, wenn die jungen Leute sich dabei handwerklich in sinnvoller Weise betätigen: Da lernen die was – und kommen nicht auf dumme Gedanken.”“

http://www.squatter.w3brigade.de/content/geschichte/die-hausbesetzerbewegung-ost-berlin-teil1

„Politniks aus Autono­men und Antiimpkreisen profilierten sich großmäulig und propagierten den Revolutionä­ren Häuserkampf gegen den Imperialismus.“

Mein Beitrag zum 2. Ethnographischen Filmfestival Marburg. Die Bildqualität ist zu entschuldigen, es ist ein Zufallsprodukt, das nur aufgrund eines gewissen ethnographischen Wertes gerettet wurde.

Jean Rouch filmte in seinem Meisterwerk “Les Maitres fous” unter anderem eine Demonstration in Accra, Ghana. Die Protestierenden waren Prostituierte, sie forderten höhere Löhne ein.

Im heutigen Frankreich haben Prostituierte diese Freiheit nicht mehr. 2003 hatten die Konservativen Prostituierte mit Strafen bedroht, wenn sie Freier anwerben. Die Sozialisten schaffen das gerade ab zugunsten des schwedischen Modells, nach dem die Freier bestraft werden.(1) In den protestantischen und sozialdemokratischen Staaten  Schweden, Norwegen und Island ist Prostitution jeweils für Freier illegal, Island untersagt selbst das Strippen.(2) Finnland diskutiert aktuell das schwedische Modell, in Deutschland agitiert die Illustrierte “Emma” dafür.

Dass man nicht die Prostituierten, sondern die Freier bestrafen müsse, das erscheint den einfacher gestrickten Philanthropen schon wie ein gewitzter Kniff, um etwas richtig zu rücken. Tatsächlich verschleiert das nur die Aggression auf die Prostituierten. Die Folge ist die gleiche: Prostituierte können ihr Geschäft aufgeben. Das schwedische Modell ist etwas gerechter, dafür wohl ungleich effektiver als das konservative in der Unterdrückung der Prostitution im eigenen Land. Letztlich geht es um ihre Abschaffung oder zumindest Verschiebung – nach Deutschland und in die Peripherien, wo man dann wiederum den Anstieg der Prostitution skandalisiert.

Prostitution beruft sich auf das Recht, die eigene Arbeitskraft frei zu verkaufen. Dieses Recht ist eines der Kernbestände liberaler Demokratie. Nun gab es von je her Einschränkungen: Kinderarbeit wurde verboten. Die Zustände in den britischen Kohleminen, in denen Kinder wegen ihrer Größe in den besonders niedrigen Schächten eingesetzt wurden, die Kinderarbeit in Webereien sind bei Engels beschrieben. (Natürlich findet Kinderarbeit nach wie vor statt in den Peripherien, für Baumwolle, Kakao, Fussbälle und Teppiche) Bei der Kinderarbeit ist der zentrale Konflikt die Unmündigkeit. Ein kleiner Mensch kann diese Arbeiten nach wie vor ausüben, auch wenn sie ihn zugrunde richtet und er weniger Gehalt erhält, als vorher das ebensogroße Kind. Nicht die individuell zerstörerische Wirkung von Arbeit interessiert die Gesellschaft, sondern die gesellschaftliche. Mündigkeit ist durch das Verbot der Prostitution Minderjähriger in allen EU-Staaten gegeben. Die Prostitution hat darin etwas den anderen Berufen voraus, die teilweise schon mit 15 erlernt werden dürfen, ab 17 darf man sich in der Bundeswehr härtestem Drill und Lebensgefahr aussetzen, Zeitungsaustragen dürfen schon sehr kleine Kinder, Schauspielern die kleinsten.

Minderjährigkeit und direkter Zwang sind bei jeglicher Arbeit, auch bei der Prostitution illegal. Das Verbot der Zwangsarbeit fokussiert aber nicht auf den Zwang an sich, sondern auf die Vermitteltheit des Zwangs. Abstrakte gesellschaftliche Verhältnisse gelten als die natürlichen, hinzunehmenden Voraussetzungen der freien Selbstausbeutung, auch wenn darunter Zwänge wie Hunger, Tod und soziale Isolation gefasst werden müssen.

In der Prostitutionsfeindschaft will man von vermittelten Zwängen nichts mehr wissen. Bordelle, die ihre Ausbeuter fraglos haben, sind aber in ihrer grundsätzlichen Vermitteltheit des Zwangs nicht zu unterscheiden von den Baustellen oder Fabriken, in denen sich Männer wie Frauen aus “freien Stücken” zugrunde richten dürfen. Das Ziel der Prostitutionsfeinde ist daher stets die Verschleierung der strukturellen Gleichheit der vermittelten Ausbeutung. Diese Verschleierungstaktik bedient sich zweier Strategien: Statistik und Spezifik.

Statistik soll suggerieren, dass der Notstand in der Prostitution so akut ist, dass in der Rechtsgüterabwägung das Recht auf freien Verkauf der eigenen Arbeitskraft unter den Tisch fallen kann. Wenn erst die Vorherrschaft unmittelbaren Zwangs, also Zwangsprostitution, in der Prostitution nachgewiesen ist, ist das Gewissen der puritanischen Philantropen für den Angriff auf die nur vermittelt erzwungene Prostitution gereinigt. Der Verweis auf die prinzipielle Möglichkeit der emanzipierten Prostitution, die von ähnlichen ausbeuterischen Verhältnissen und Marktzwängen geprägt sein wird wie jede andere Arbeit, kann angesichts der Statistik und Drastik der Ausbeutung in Extremfällen jederzeit als zynisch denunziert werden. Wen kümmern die wenigen Edel-Escorts, die Gelegenheitsprostituierten, die masochistischen Fetischisten in ihren jeweiligen hetero- und homosexuellen Ausprägungen, wenn die Abschaffung ihrer Rechte Andere aus so extremer Sklaverei befreit. Die Legitimationsform ist die gleiche wie bei der Abschaffung bürgerlicher Freiheiten für die Terrorismusbekämpfung oder die Aufhebung des Datenschutzes zur Bekämpfung von Kriminalität: Notstand.

Das zweite, emotionalere Standbein der Prostitutionsgegner ist die Spezifik. Prostitution ist demnach verwerflich, weil sie grundsätzlich “andere” Arbeit ist, weil sie die Geschlechtsteile involviert. Wenn die gleichen Geschlechtsteile lebenslang auf Bürostühlen oder Kassiererinnenstühlen eingequetscht werden bis Hämorrhoiden, Stressinkontinenz und Frühableben wegen Bewegungsmangel eintreten, gilt das als weniger skandalös als die berufsmäßige Penetration oder Masturbation. Bandscheibenvorfall und Hexenschuss – notwendige Folgen moderner Arbeitsverhältnisse – fügen extremsten Schmerz zu und können lebenslange Verkrüppelung bedeuten. Dennoch werden sie als Berufskrankheiten toleriert, einkalkuliert und akzeptiert. Was die Arbeitswelt mit der Psyche von Menschen anstellt, ist täglich zu beobachten. Penetrationen hingegen gelten als barbarisch und nicht hinnehmbar. In einer solchen Trennung sind Sexualtabus wirksam, hochidealisierte Vorstellungen von “normaler” Sexualität, die sich kopfschüttelnd gegen die Vorstellung richten, Sex mit womöglich täglich oder mehrfach täglich wechselnden Geschlechtspartnern sei etwas Erstrebenswertes oder auch nur annähernd Auszuhaltendes. Und selbst die freieste Gelegenheitsprostitution, die sich ihre Kunden ohne ökonomische Zwänge aussuchen kann und für die gebotene Schönheit, Zeitaufwand und Seriosität einen Gegenwert einfordert, wird dem Verbot anheim fallen. Es geht den Prostitutionsfeinden nicht um Gewalt oder Zwang, sondern um die Existenz der Idee von Prostitution.

Der Neid auf diese Möglichkeit, sich mittels Sex dem übrigen Verwertungszwang zu entziehen, tritt in der Abwertung zutage. Das insgeheime Begehren auf solcherarts vereinte Bedürfnisbefriedigung – Sex, Nahrung und Obdach – wird mit Kastrationsdrohungen wie Vergewaltigung und sei es als Voraussetzung solcher Perversion verdrängt. Eine Frau, die solch unnatürliche Lust an Sex hat, oder die ihn akzeptieren kann, müsse zwangsläufig als Kind sexuell misshandelt worden sein. Statistik trumpft hier wiederum auf, schafft Mehrheiten. Warum aber die sexuelle Gewalt in der Kindheit zur Prostitution führt, ob sie vereinzelt nicht auch Coping bedeutet, ob sie eine für das Individuum gelungene Kompromisslösung für innere Spannungen und Ambivalenzen darstellt, warum diese Prostituierten mitunter Sex und partnerschaftliche/familiäre Nähe trennen wollen – solche differenzierenden Überlegungen fallen dem autoritären paternalistischen Schutzdrang anheim, der aus traumatisierten Opfern von sexueller Misshandlung in der Kindheit ewige Kinder und ewige Opfer machen muss.

Prostitutionsfeinde wirken mit an der Durchsetzung von “normalem” Sex als gesellschaftlichem Standard. Tabuiert werden lustvoller Sex mit älteren, “hässlichen”, behinderten oder reichen Männern, weiblicher Exhibitionismus, Masochismus und Narzissmus, Nymphomanie, zwanghafter Sex, Sex als Verrichtung.

Sex für Geld wird verboten, Sex und Geld für sich bleiben aber legal und jeweils glücksverheißend. Das ist nichts anderes als ein Inzesttabu, das vor allem auf weibliche und Homosexualität abzielt. Lust an Sex für Geld – diese Phantasie bleibt jungen Männern vorbehalten. Die dürfen von den zahllosen Liebhaberinnen spinnen, mit denen sie womöglich täglich Sex haben würden, während die noch dafür zahlen. Normiert werden Frauen, denen die narzisstische Befriedigung, ihre Begehrenswertigkeit tatsächlich in Geldform oder in der Zahl der Freier – als Tauschwert – aufgerechnet zu sehen, versagt wird.

Tatsächlich verschleiert die Prostitutionsfeindschaft einfach ihren bürgerlichen Egoismus, der hinter der groß aufgemachten Moral der Schwarzers und der sozialdemokratischen Feministen steckt. Das Prostitutionsverbot mag sich gegen die Rechte der freiwilligen Prostituierten richten, aber es scheint als der billigste Weg, Zwangsprostitution einzudämmen. Man beschneidet ein Grundrecht in der Absicht, Ausgaben für Polizei, Sozialarbeit, Gerichte zu sparen, die die mühsame Differenzierungsarbeit vornehmen. Die Beschaffungsprostitution durch die Legalisierung von Drogen aufzuheben wagt indes keine der sozialdemokratischen Regierungen. Auch bleibt offen, wie die Zwangsprostitution nach dem Verbot der Prostitution effektiv bekämpft werden soll, wenn doch bislang schon wenig Erfolge gegen Menschenhandel erzielt werden.

Die schlechter gestellten Prostituierten kommen zumeist aus Staaten, in denen Prostitution illegal oder stark reglementiert ist. Nicht die Legalität erzeugt unfreie Prostitution und Menschenhandel, sondern Armut. Armut erst steigert die Unlust, die notwendig ist, um herkömmliche Moralvorstellungen zu überwerfen, was teilweise dann als Befreiung erlebt werden kann. Für Frauen, die in der Heimat auch nur der Tausch lebenslanger Dienerschaft gegen ein paar an die Eltern gezahlte Ziegen oder Geld erwartet hätte, neben einem Leben in Unbildung und Armut, ist die freie Prostitution in Europa allemal das kleinere Übel. Solange die EU dabei zusieht, wie an ihren Außengrenzen ein failed state nach dem anderen entsteht, solange sie Bürgerkriege ignoriert, die Millionen in die Flucht treiben, solange Tausende an den Außengrenzen in den Tod getrieben werden, solange syrische Flüchtlinge ihre Nieren und Töchter verkaufen müssen, um zu überleben, solange braucht kein EU-Staat zu denken, er würde mit einem Prostitutionsverbot etwas gegen Menschenhandel unternehmen und solange wohnt der Prostitutionsfeindschaft immer auch die Abwehr des Fremden inne.

Ein weiteres Moment der bürgerlichen Egoismus ist die primitive Akkumulation an den Prostituierten. Die Prostituierte hat eine Sonderstellung im Arbeitswesen: Sie besitzt ihr zentrales Produktionsmittel selbst und bringt es von Natur aus mit. Sie ist partout nicht zur doppelt freien Lohnarbeit zu bringen. Diese Möglichkeit, aus sich selbst Wert zu erzeugen, ohne die Vermittlung von Produktionsmitteln, die ihr nicht mehr gehören, zieht Neid auf sich. Man entzieht ihr dieses Produktionsmittel und gibt vor, das zu ihrem Besten zu tun – tatsächlich stößt man sie in die Abhängigkeit der doppelt freien Lohnarbeiterin, zwingt sie an die Kassen und Förderbänder.

Wo die Ehe historisch akzeptierte Tauschform von Waren und Sexualität ist, noch nicht allzulange die Mitgift und der Brautpreis abgeschafft wurden, kann gegen den Erwerb von Sex auf dem freien Markt nichts Inhaltliches sprechen. Entleert wird unter den vorherrschenden Produktionsbedingungen beides: Arbeit und Sexualität. “Echte”, “befreite” Lust gibt es wohl nur noch in Inseln, zu tief hat sich das Tauschverhältnis ins Privateste eingegraben. Der Versuch, die wahre Liebe unter freien Individuen auf Kosten der freien Frauen in der Prostitution zu bewahren verdirbt schon wieder die Freiheit dieser Individuen, die für die wahre Liebe erst Voraussetzung wäre, die sich nicht an Besitzidealen wie Treue oder Sexualität aufrichtet, sondern an Hingabefähigkeit und Solidarität.

“In the ages of Muslim, Christian and indigenous slavery, many African men were castrated to serve as eunuchs. In colonial racist regimes African men were forbidden to mate white women. Not few were abused for medical experiments in the twentieth century – even in the USA, the Tuskegee syphilis experiment denied treatment to 399 poor black men until 1972[1]. Racism has always paired with sexual aggression. Today, African men take part in a mass-experiment by the WHO and UNAIDS[2] and African doctors, who all promise to eradicate HIV through circumcision – the force is less brutal but far more effective than ever. Global health agencies and local authoritarian structures pressurize and bribe men into sacrificing a part of their genitals. [...]“

See full text at:

http://saharareporters.com/article/foreskin-419-%E2%80%93-heaviest-assault-african-men%E2%80%99s-sexual-life-colonial-times-remains-uncovered

Western media tend to shroud their clients in innocent confusion about the “complicated” situation on the ground. The following collection is a mere summary aiming to shed at least some light on Syria. The main question seems to be, how strong Al-Qaida actually is (or how weak the secular forces are).

A report from Bassam, an FSA Soldier says:

“You can only deal with al-Qaida by force. They are very strong, very organized. They have strategic thinking and very good supplies. If they stay like this they are going to take over all of Syria.

Al-Qaida is the one thing that will unite Syrian people after the revolution, because all of the Syrians will want them out – those who are now with the regime and those who are against the regime.

Nobody likes these people. We will have to fight them to get them out. After the regime falls there will have to be a new military formation to confront these radical movements. [...] The Syrian situation is very simple. Assad is the problem. For eight months we were protesting and there was no al-Qaida. But when you let stuff reach this level, this is what happens.”

http://beta.syriadeeply.org/2013/09/state-secular-rebel-fighting-force/#.Ui2X_380jms

And because Jihadists know that, they attack other groups. Their panic in the face of US-Airstrikes (now suspended) and their fear from Assads overthrow through other rebel-groups vitiate those insisting on a  conflict “Al-Qaida vs. “secularist” Assad” in Syria:

http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2013/09/201391417428835847.html

“The Supreme Military Council, promoted by Western and Gulf backers as an umbrella of moderate groups boasting hundreds of thousands of fighters, is being increasingly challenged by thousands of jihadists and foreign fighters, who have flocked to war-torn Syria to fight Assad’s regime. [...] Echoing the fears of jihadist groups that other rebel groups may turn their arms against them – especially if Assad’s regime falls – al-Qaeda’s leader Ayman al-Zawahiri said in a video recording released on September 11 the “Sahwat the US is trying to create in the Levant will be destroyed – God willing”. He urged armed Islamist groups not to “reconcile with secularists and enemies of Islam in any way”.”

This paper contains an elaborate profile of the rebel-factions on the ground:

http://www.arab-reform.net/empowering-democratic-resistance-syria

And just recently another study is explicit about numbers:

“Opposition forces battling Bashar al-Assad’s regime in Syria now number around 100,000 fighters, but after more than two years of fighting they are fragmented into as many as 1,000 bands.

The new study by IHS Jane’s, a defence consultancy, estimates there are around 10,000 jihadists – who would include foreign fighters – fighting for powerful factions linked to al-Qaeda..

Another 30,000 to 35,000 are hardline Islamists who share much of the outlook of the jihadists, but are focused purely on the Syrian war rather than a wider international struggle.

There are also at least a further 30,000 moderates belonging to groups that have an Islamic character, meaning only a small minority of the rebels are linked to secular or purely nationalist groups.

The stark assessment, to be published later this week, accords with the view of Western diplomats estimate that less than one third of the opposition forces are “palatable” to Britain, while American envoys put the figure even lower.  [...] As well as being better armed and tougher fighters, ISIL and Jabhat al-Nusra have taken control of much of the income-generating resources in the north of the country, including oil, gas and grain.”

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/10311007/Syria-nearly-half-rebel-fighters-are-jihadists-or-hardline-Islamists-says-IHS-Janes-report.html

One would think, that even a front of 15.000 to 20.000 fighters should get some attention or support. And included among the “islamist” numbers are those, who just joined because they needed arms and steady supplies. Also have a look at this call for aid for the FSA:

http://www.cnn.com/2013/09/06/opinion/barfi-syria-opposition-guide/index.html?c=&page=1

And the town of Yabroud remained peaceful, outside Assads grip, with one third Christian population and staving off Al-Qaida. Indeed a model of what could have happend, if the West had supported the rebels more early and killed Assad:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/10358200/Inside-Syrias-model-town-Peace-until-al-Qaeda-arrived.html

But what is it all about? If you like to have the letters big and the pictures bigger, here is a history of the onflict in 55 pictures:

http://www.buzzfeed.com/hnigatu/55-pictures-that-explain-why-the-us-might-bomb-syria-this-mo?bffb

UNHCR reports 4 Millions of refugees inside Syria, 2 Millions managed to escape into adjacent states. Meanwhile Germany offers to take 5000, Austria 500, while Sweden vowed unrestricted asylum for more than 8000 Syrian refugees:

http://www.unhcr.org/522495669.html http://www.dw.de/sweden-opens-doors-to-syrian-refugees/a-17072567

The extent of destruction of Syrian urban areas through artillery and aircraft can be witnessed by this collection of satellite-pictures, a sickening sight:

http://world.time.com/2013/03/15/the-destruction-of-a-nation-syrias-war-revealed-in-satellite-imagery/

Several sources say Napalm was used by Government forces, another event involves white phosphorus:

http://www.policymic.com/articles/61637/shocking-footage-from-syria-captures-innocent-children-with-napalm-like-burns http://israelmatzav.blogspot.de/2012/12/syria-using-white-phosphorus-bombs-on.html

“Le Monde’s reporters visited eight medical centers in the eastern part of the Ghouta region and found only two where medical directors said they had not seen fighters or civilians affected by gas attacks. In Nashibiyya, doctors said they had admitted up to 60 cases from the Otaiba front in a single day, March 18.”

http://shortlink.org/Chemicalwarfare

About August 21. 2013 chemical weapons attack: US-Governemnt Assessment on Syria:

http://de.scribd.com/doc/164270521/USG-Assessment-on-Syria

The German intelligence “Bundesnachrichtendienst” confirms Assads responsibility for Chemical Weapon use due to high plausibility analysis and intercepted phone-calls:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-bnd-faengt-beleg-fuer-giftgaseinsatz-durch-assad-regime-ab-a-919965.html

French intelligence confirms Assad as perpetrator of chemical attack, says samples tested for Sarin positive:

http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-23928871

And while it has been confirmed now over and over again, Human Rights Watch added some nice maps and sketches:

http://web1.hrw.org/content/syria-government-likely-culprit-chemical-attack

“The UN report blamed both government and rebel forces for carrying out murder, torture and rape, but said the intensity and scale of the crimes committed by the state outweighed those committed by opposition fighters.”

http://news.sky.com/story/1099138/syria-france-has-proof-chemical-weapons-used

A rumor produced by the Syrian government media claims Sarin gas containers to be found among rebels.

http://nsnbc.me/2013/06/02/syrian-military-seizes-sarin-gas-from-rebels-russia-blocks-un-quasir-resolution/

The so-called source was said to be a turkish raid. Ankara disclaimed this rumor later on. It nonetheless went viral and spams the net:

http://www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/einzelansicht/artikel/2013/05/31/tuerkei-dementiert-berichte-ueber-fund-von-sarin-gas/

In the meantime it was found true, that Great-Britain companies provided Sodium fluoride, a chemical essential for the production of Sarin to Syria after the conflict has started:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2415081/Britain-sent-poison-gas-chemicals-Assad-Proof-UK-delivered-Sarin-agent-Syrian-regime-SIX-years.html

Russia clings to claiming the use of Chemical weapons by rebels. The 100-pages report is not online so far, but the main argument seems to be, that the Sarin-samples from Aleppo are “dirty”, which leads Russia to the conclusion, that it is homebrew-Sarin and not military chemical grade weapon. The argument was regarded as invalid, as Syrian government forces might have had used old stocks or even produced dirty mixtures by purpose. The character of the chemical does not exclude government troops as the culprits:

http://www.mcclatchydc.com/2013/09/05/201269/russia-says-it-has-compiled-a.html#.UiyApH80jms

Russian masterminds of course don’t want to loose their face (they really think, they still have one to loose) and therefore they produce tons of bogus evidence and theories. “The Interpreter” analyzes portions of the most toxic fallout produced mostly by RT:

http://www.interpretermag.com/russian-media-conspiracy-theories-and-reading-comprehension-issues/

A good summary on the chemical weapons industry in Syria:

http://www.nti.org/gsn/article/syria-has-grown-chemical-arsenal-iranian-aid-leaked-us-cables/

Another testimony by a chemistrist working for the chemical industry in Syria, recorded by Al-Jazeera:

“The chemist explained that during the two-year conflict, the regime has experimented with mixing different gases – like sarin and tear gas – in order to create a mélange of symptoms that would make the cause hard to identify. [...] It is not known exactly when chemical weapons production in Syria began. The chemist said that all infrastructure and equipment to produce the nerve agent sarin was provided to Syria by what was then West Germany. As for VX, the chemist said that Syria in the 1990s used the expertise of Armenian specialists trained in the Soviet Union before its collapse.”

http://www.aljazeera.com/indepth/features/2013/05/2013523155639566436.html

The German support of Assads chemical industry is well-known:

“Major German pharmaceuticals, chemicals, and machine-building companies helped Syria to establish its modest and well-dispersed production facilities, some with the support of official “Hermes” export credits from the German government. In addition to Schott Glasswerke, which continues to export licensed goods to Syrian chemicals plants, special mixing vats, high temperature furnaces, hot isostatic presses (HIP) and sophisticated machine-tools have been shipped with German export licenses to Syria’s Scientific Research Council (CERS) by Ferrostaal, Carl Schenck, Leifeld, Weber GmbH, and other major German companies. It is not believed that these shipments were illegal under German law.”

http://csis.org/files/media/csis/pubs/syriawmd.pdf

http://www.tagesschau.de/inland/chemikaliensyrien100.html

And of course, we won’t forget the German “little” helpers of Saddam Husseins WMD-Industry (German):

http://www.wadinet.de/analyse/iraq/bagdad-connection.htm

On Intervention

Jerusalem Post says, Israel and Iran watch Syria, Israel might attack Iran on its own, if Assad goes unpunished:

http://www.jpost.com/Middle-East/Weak-world-response-on-Syria-boosts-chance-of-strong-Israeli-action-on-Iran-324912

Syrian Local Coordination Comitees warns from limited, timid response, says: “Any strike to the regime must aim to paralyze, with attention and precision, its Air Forces, artillery, and missiles arsenal, being used continuously against civilian areas, with an impact not far from that of Mass Destruction weapons. A strike must also priotorize civilians and their safety, rather than being at their cost.”

http://networkedblogs.com/OF6Xp

A victim of iraqs use of chemical weapons against civilians is wary of international instruments (German):

http://blog.strafverteidigervereinigungen.org/?p=290

Henryk M. Broder discards the calls for “evidence”, says various genocides are still “disputed”, still no evidence in the case of “Reichstagsbrand” (German):

http://m.welt.de/article.do?id=debatte%2Fhenryk-m-broder%2Farticle119578639%2FWer-schuetzt-uns-vor-den-Syrien-Experten&cid=Startseite

Syrian journalist calls for obliterating Assads airforce (German):

http://www.taz.de/Syrische-Redakteurin-ueber-Militaereinsatz/!122736/

And now, two years after the conflict started and turned into a ghoulish war, people start to organize protests against “the war”, of course to veto any intervention, as things are so difficult and Al-Qaida could prosper and what and what. Have a look at an average rally and who supports it:

https://medium.com/syrian-uprising/77f4a0071da9

And while Al-Qaida in Syria protests against US-Airstrikes, as they know, the regime is their safest bet of staying in Syria as long as they can and the longer the more recruits, their british friends offer themselves as human shields:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4426822,00.html

Smart and experienced in Western naivety as Putin is, he dealed out the easiest way to continue helping Assad (after tons of arms and vetoed sanctions): through choosing the least dangerous punishment for the war-crime of using chemical weapons. Getting the C-weapons “internationally controlled” – this is something that was promised by Russia and US since August 2012 and in december a raid against a C-weapons base was reported to have taken place – apparently through Russian special forces. Thanks to the israeli Airforce, Assad could not produce A-bombs with North-Coreas assistance so far. Whatever happens to the C-Weapons, the western appeasement front is cheering after Putins “offer”, as there seems a way of staying out of the conflict without loosing ones face (loosing more lives in Syria does not matter to them, neither does loosing Syria to Al-Qaida), And as could be expected, also Assad was relieved and cheering, immediately accepting the “offer”. As the Times of Israel writes, such a move will let Assad win – maybe without chemical weapons.

http://www.huffingtonpost.com/2013/09/09/obama-syria-chemical-weapons_n_3896093.html

http://www.haaretz.com/news/middle-east/1.546035

http://warsclerotic.wordpress.com/2012/12/22/russian-forces-take-syrian-chemical-biological-weapons-under-control/

http://www.timesofisrael.com/winning-without-chemical-weapons/

And if someone really, really wanted to believe against all odds and realities, Putin could have had a weak moment or soft spot for mankind or was just wise enough to assist preparing a military intervention for the west (securing the C-Weapons BEFORE things get really messy, saving the money for about 14000 troops with boots on the ground to secure the stockpiles), s/he might have lived with his head in the sand the past two years:

http://www.timesofisrael.com/putin-shipping-assad-more-weapons-to-crush-rebels/

The better informed people smell a rat in Assads noble offer. But also more and more people detect, that Kerrys idea of crippling Assads airforce as a punishment is just naive about the necessary consequences: Assads fall and a turmoil, in which chemical weapons are to be secured by a foreign intruder or by a reliable and strong enough unified rebel force, which seems not to be at hand at the moment despite comparably strong secular factions among the FSA.

“Any disarmament plan would lock U.S. officials into dealing routinely with his government and give them a stake in its survival for as long as the process takes (which Assad will therefore be sure to drag out).  On top of this, he is now demanding that Washington stop arming Syrian rebels as a quid pro quo.  Other demands and provisos are sure to follow.”

http://www.fpri.org/articles/2013/09/beware-syrians-bearing-gifts

Not to talk about possible pogroms and ethnic cleansing against Alawites or Christians. Genocidal violence has not been mentioned by any western power as a trigger to get involved – despite the experience in ethnic cleansing in Yugoslavia. The German government and all parties ruled any intervention – under no circumstances. Which is nothing less than announcing to condone ethnic cleansing if it should happen/continue.

And because the question of israels position is crucial to some of its friends and enemies: Israel has ever been hostile to Assad and as Michael Oren says, it does not prefer Assad to Al-Qaida:

““The initial message about the Syrian issue was that we always wanted [President] Bashar Assad to go, we always preferred the bad guys who weren’t backed by Iran to the bad guys who were backed by Iran,” he said. [...] Still, the greatest danger to Israel is by the strategic arc that extends from Tehran, to Damascus to Beirut. And we saw the Assad regime as the keystone in that arc. That is a position we had well before the outbreak of hostilities in Syria. With the outbreak of hostilities we continued to want Assad to go.”

http://www.jpost.com/Syria-Crisis/Oren-Jerusalem-has-wanted-Assad-ousted-since-the-outbreak-of-the-Syrian-civil-war-326328

And Israeli hospitals treat Syrians (against repressions from forces loyal to Assad) as a result of the total collapse of the Syrian medical system:

http://www.thetower.org/hazards-syrians-seeking-care-israel/

http://www.thetower.org/nahariya-western-galilee-hospital-syria-wounded/

Meanwhile the interest of the West in – at least – assisting the refugees hits a record low. One should think, that someone would call for an active transfer of at least 1 Million refugees into the European Union. But nope – just business als usual. Donations for refugees are collected by the following organisation recommended by WADI (German):

http://www.wadi-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2112:spendenaufruf-hilfe-fuer-syrische-fluechtlingskinder-im-nordirak&catid=15:presseerklaerungen&Itemid=109

(to be updated)

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