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Archiv für September 2008

Helmut Schmidt, deutscher Krisenmanager in Altersteilzeit, sprach vor Kurzem den Satz: „Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch.“
Von einem Adolf Nazi habe ich persönlich noch nicht gehört, ich kann mir allerdings denken, wer gemeint ist: Ein gewisser Adolf Hitler, dessen Namen Schmidt in neurotischen Tabusetzungen nicht auszusprechen wagt. Schmidt ist ein [...]

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Der Aufstieg der RAF zum großen Filmevent ließ über dreißig Jahre auf sich warten. Ein solcher „cultural lag“, die Nachträglichkeit des Überbaus, wie ihn Adorno in einer Antizipation von Bordieus „Trägheit des Habitus“ definierte, ist typisch für gesellschaftliche Rituale, an denen neben der Filmproduktion der Wissenschaftsbetrieb im Besonderen teilhat. Geschichtliche Ereignisse erscheinen aus der Distanz [...]

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Ahmad Batebi ist frei

Der iranische Student wurde weltbekannt durch sein blutiges T-Shirt. Kurden schmuggelten ihn aus Iran in den Irak, nachdem er auf Freigang entflohen ist.
Zum Interview mit Ahmad Batebi.

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In der deutschen Vergangenheitsbewältigung lassen sich viele strategisches Muster entdecken. Eines taucht in letzter Zeit öfter auf: „Kleine“ Frauen werden als Identifikationsfiguren und Vorbilder aufbereitet – nie ganz unbeteiligt, aber insgesamt menschlich und gänzlich unschuldig in ihrer inneren Emigration. In „Der Untergang“ war es die Sekretärin, die ganz zuletzt noch verduzt die Augenbrauen hebt, als [...]

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Der Jahrestag des 9/11 sorgt für Umsätze. Web.de wärmt in hübsch objektiver Berichterstattung Verschwörungstheorien auf, Kabel 1 bringt Michael Moores Fahrenheit 9/11, während gleichzeitig auf dem öffentlich-rechtlichen eine deutsche Synchro-Fassung von Flight 93 läuft. Da ich letzteren gekauft hatte, musste ich mich nicht lange entscheiden und sah mir Michael Moores Streifen an.
Michael Moores selektiver und [...]

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„Die ganze Welt wird durch das Filter der Kulturindustrie geleitet“ schreiben Adorno und Horkheimer in der Dialektik der Aufklärung. Und weiter: „Je dichter und lückenloser ihre Techniken die empirischen Gegenstände verdoppeln, um so leichter gelingt heute die Täuschung, dass die Welt draußen die bruchlose Verlängerung derer sei, die man im Lichtspiel kennengelernt.“
In der Kulturindustrie [...]

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132 Euro sind natürlich für die Existenzsicherung noch viel zu hoch veranschlagt. Um das herauszufinden braucht man keine Promotion, sondern lediglich etwas Erfindungsreichtum. Löwenzahn wächst ganzjährig im Garten – d.h. Gemüse und Vitamine müssen nicht einmal bei Lidl gekauft werden. Aus diversen Rinden kann man auch gut Rindenmehl machen, die Leute aus dem Krieg oder [...]

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„Amerika macht krank“ (‚Ludo’ – Till Schweiger)
Keinohrhasen ist zuvörderst eine jener Produktionen, die ums ohnehin immer schon lauwarme Gefühl einfacherer Gemüter buhlen. Monogamie und Verantwortung lautet das Postulat der stets vom Abstieg ins Proletariat bedrohten Kleinbürger im Eigenheim: nur durch die Versicherung des allzeit treuen Ehepartners können sie die Ängste abwehren, die sie beim Anblick [...]

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„Dark Knight“ ist unvermeidliches Geschäft mit der nekrophilen Faszination, die der Tod Heath Ledgers ihm einhauchte. Die Massen auf die Gaffer beim Autounfall reduzieren zu wollen, greift aber zu kurz. Das Publikum identifiziert sich mit dem Masochismus. Der Joker schluckt die Folter, die ihn Lachen macht. Und dennoch erregt er in der Bloßlegung der eigenen [...]

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