Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for März 2009

Ein neues Netzwerk versucht, innerhalb der UNHCR die Bestrebungen um ein Ende der Hexenverfolgungen in allen Teilen der Welt zu forcieren. Fast jeden Tag findet man hier neue Zeitungsmeldungen und lesenswerte wissenschaftliche Artikel zu Hexenverfolgungen. Dass von der UN allerdings im Allgemeinen nicht viel zu halten ist, sollte bekannt sein.

http://maheba.wordpress.com/

Read Full Post »

Während es als “normal” angesehen wird, dass Kinder in der Schule mit Schlägen diszipliniert werden und davor und danach bis spät in die Nacht Orangen oder Gebäck oder Wasser verkaufen müssen, beunruhigt es viele GhanaerInnen dann doch, dass in Schulen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung offenbar stark zunimmt. Ein Vortrag des Direktors der Comission for Human Rights and Administrative Justice, Dr. Richmond Mensah vor über 1000 Zuhörern wollte über dieses Problem aufklären. In der von GhanaWeb erstellten Zusammenfassung entsteht allerdings der Eindruck, als setze er eher wirtschaftliche Prioritäten: sexuelle Belästigung könne die Aufmerksamkeit in der Schule und akademische Karierren gefährden. Und:

“…if not checked, sexual harassment could degenerate into attempted rape or defilement, or even lead to homo sexuality, if it is perpetrated between persons of the same sex.”

Die homo-, bzw. pädosexuelle Gewalt gegen ein Kind – die möglicherweise gegen ihre Tabuisierung thematisiert werden wollte -  würde demnach schon mit Homosexualität gleichgesetzt. Das ist in einem Staat, in dem 3 Jahre Gefängnis die Strafe für homosexuelle Handlungen ist, mehr als nur ein Lapsus.

Die dringend gebotene Aufklärungsarbeit und das Engagement gegen das drängende Problem der sexuellen Gewalt geht leider mit einer offiziellen konservativen Sittenstrenge in Bezug auf jegliche Sexualität einher. In Broschüren für Touristen wird davor gewarnt, öffentliche Zuneigungsbekundungen wie Küsse oder Umarmungen auszutauschen: Es könne die Moral der Kinder verderben. Der Kanal “African Magic” kennzeichnet Filme als “VL16″, wenn in ihnen “strong language or offensive words” auftauchen. Besonders fragwürdig ist ein Aufklärungsplakat aus einem preiswerten Hotel: Ein in weiß gezeichneter Mann infiziert sich bei einer rot gezeichneten Prostituierten und wird im nächsten Bild ebenfalls rot. Er infiziert im folgenden Bild eine weitere Frau, die vormals weiß ist und dann rot wird. Die dritte Frau verwendet ein Kondom, bleibt weiß und entsorgt das Kondom mit rotem Inhalt in der Mülltonne. Weiß oder hell sein wird so mit gesund sein gleichgesetzt, dunkel mit Krankheit. Im gleichen Hotel findet sich in der Rezeption am schwarzen Brett ein Zeitungsausschnitt mit dem Bild einer Schönheit. Der Teil unterhalb des Kopfes wurde aber züchtig ausgeschnitten. Das Nebeneinander von Diskursen lässt allerdings auch den Verkauf von Pornografie auf offener Straße zu. Ferner wird auf dem Campus vor Pharmaziehütten sehr offen über Geschlechtskrankheiten aufgeklärt. Und auf Ghanaweb findet sich ein fast schon als Werbung gehaltener Bericht ueber die Homosexuellenszene in Ghana:

Information reaching the Statesman newspaper indicates that a new gay and lesbian club night on the campus of Legon has drawn unprecedented numbers, indicating a growing sexual liberalism amongst students at the nation’s premier University. What the gay social event, which was attended by non-gay liberal students, shows is that the gay scene is getting big in Ghana. (…) Around 5pm, students from both Legon and the Kwame Nkrumah University of Science and Technology started trickling in, and by 9pm, the party was rocking – with the blaring music audible in the whole vicinity. Flamboyance characterized the outfits of the partygoers, with men and women alike donning high heels, painted nails and weave-ons for the birthday celebrations.”


Read Full Post »

Hakenkreuzfahne

Hakenkreuzfahne

Der Schneider, den ich um ein Foto bat, wusste schon, warum ich fotografieren wollte: Jaja, die Flagge sei aus Deutschland. Sie gefalle ihm, er sei aber gegen Krieg. Man muss wissen, dass Schwarz und Rot in Ghana hochsymbolische Farben sind, die bei Beerdigungen getragen werden. Die sogenannten Adinkras sind ganz ähnliche und sehr populäre Symbole, warum also nicht auch ein Hakenkreuz, das überdies auch schon auf frühen Asanti-Goldgewichten zu finden ist? Geschichtsunterricht ist leider wie der gesamte Lehrplan Makulatur. Gelehrt wird durch kollektives Nachbrüllen von vorgefertigten Antworten, in den allermeisten Schulen wird “diszipliniert”, d.h. mit dem Stock geschlagen. Wenn man nicht ohnehin auf eine der fanatischen Missionsschulen geschickt wird und dort vor allem lernt, dass das Ende der Welt nahe ist. Nun ja, das Problem der neo-nationalsozialistischen Bewegungen stellt sich in Europa und Russland. In Ghana sind Nazi- und Sowjetflaggen eher eine Anekdote wert – woher er die Flaggen hatte, blieb im Dunkeln, möglicherweise eine Spende aus der Altkleider-Sammlung.

The Urgency of the Message - The Earth may be on the Verge of Destruction in this 21st Century

The Urgency of the Message - The Earth may be on the Verge of Destruction in this 21st Century

Rambo, please help! Allerdings ist Rambo vielen Leuten hier überhaupt kein Begriff. Filme werden in unerträglich (und unnötig) schlechter Qualität raubkopiert und in Kollektionen von 25 Stück auf einer DVD zusammengepresst. In einem mir bekannten Fall werden diese dann noch mit einer X-Box, die man von einem Touristen geschenkt bekam, wiedergegeben – das Resultat ist ein experimenteller Kunstfilm, grobpixeliges Schwarz-Grün mit unlesbaren chinesischen Untertiteln und brummendem Ton. Hier ist es trotz zahlreicher Filmverkäufer schwieriger, selbst einen der lustigen ghanaischen Originalfilme zu bekommen, als einen der monströsen Flachbildfernseher, die es überall am Straßenrand zu erstehen gibt. Überhaupt Statussymbole: Viele Menschen sind zwar bettelarm, haben aber irgendwoher ein edles Handy oder einen Flachbildfernseher ergattert. Versace-Flip-Flops und Hugo-Boss-Gürtelschnallen sind ohnehin gang und gebe, weil gefälscht für einen Euro an jeder Ecke zu erhalten.

Wer kein TV-Gerät hat, kann für 10 Cent eines der Bretterbuden-Kinos besuchen und dort chinesische Martial-Arts-B-Movies, “Jack Chan” oder eine der hochwertigen nigerianischen Heimatfilm-Komödien mit Kleinkindern in der ersten Reihe zusammen ansehen. Im TV läuft häufig Al Djaseera, das von Metro, einem Sender mit Sitz in Accra übertragen wird. Um 12 gibt es CNN-Nachrichten und um 13 Uhr Al-Djaseera. Danach African Movie oder Fernsehprediger. Nach einem Mariah-Carey- oder Beyonce-Videoclip von MTV kann man einen islamisch korrekten Reggae-Lobgesang auf Allah hören, bei dem sich streng verschleierte Frauen zaghaft im Takt wiegen und strahlend Mohammed oder den kommenden Mahdi preisen. Alles sehr demokratisch hier. Wer  sich DSTV leisten kann, bekommt über Satellit auch “African Magic” in perfekter Bildqualität ins Haus. Ein ganz hervorragendes Vergnügen für Twi-kundige Liebhaber des wirklich ganz exquisiten afrikanischen und ghanaischen Films.

Read Full Post »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 72 Followern an